Die 90 entscheidenden Sekunden im Vorstellungsgespräch… pitch it! – Beispiel 2 & 3

Beispiel 2:

Eva Kegel sitzt in einem Vorstellungsgespräch für eine Position im Business Development einer mittelgroßen Biotechfirma, die monoclonale Antikörper entwickelt. An der anderen Seite des Tisches sitzt jemand aus der Personalabteilung, der Verkaufsleiter und jemand, die im Marketing und Business Development arbeitet.

F: So, Frau Kegel, erzählen Sie mal etwas über sich selbst.

A: Ja, gerne. Mein Name ist Eva Kegel, ich studierte Biologie an der Universität von Maastricht in den Niederlanden. Danach promovierte ich an der Uni Bremen im Bereich Biochemie.

Momentan arbeite ich in der Abteilung für Business Development bei der kleinen Biotechfirma bioXYZ. Meine Hauptaufgabe liegt in der Gewinnung von Neukunden, wofür ich viel auf Konferenzen und Messen fahre. Ich genieße den persönlichen Kontakt mit den Kunden, die Diskussion ihrer spezifischen Wünsche und Bedürfnisse und den Aufbau einer Geschäftsbeziehung mit ihnen. Etwas, das nicht in meiner Stellenbeschreibung steht, das ich aber sehr genieße ist es, zusammen mit der Zielgruppe kleinere Studien durchzuführen, um mehr Einblicke in die technischen Limits zu bekommen, die sie erleben. Ich kommuniziere die Ergebnisse dieser Studien an das Management, die das sehr wertschätzen.

Ich mag meine derzeitige Stelle, doch nach einigen Jahren in dem Gebiet habe ich das Gefühl, dass ich mich weiterentwickeln muss. Ich würde gerne Personalverantwortung übernehmen und ein Team leiten. Aus diesem Grund bin ich heute bei Ihnen. Ich bin sehr daran interessiert, mehr über die Stelle zu erfahren, um die es heute geht.

— Sehr gut—

 

Was war gut?

1) Es war ein echter sales pitch!

2) Sie zeigt ihre Motivation.

3) Sie zeigt, was sie an der neuen Stelle interessiert.

4) Sie verwendet eine Sprache, die jeder am Tisch verfolgen kann.

5) Angepasst auf die Position um die es geht.

6) Länge angemessen.

 

Was könnte noch besser gehen?

Sie hätte noch einen oder zwei Erfolge aus ihrer derzeitigen Stelle erwähnen können. Desto fortgeschrittener die Positionen sind, um die es geht, desto mehr sollten Sie von Erfolgen und nicht von einzelnen Fähigkeiten erzählen- sowohl in den Bewerbungsunterlagen als auch im Vorstellungsgespräch.

 

Beispiel 3:

Frank Hausler wird für eine Ausbildungsposition zum Patentanwalt interviewt. Ihm gegenüber sitzen drei Patentanwälte aus dem Bereich Life Sciences.

F: Herr Hausler, erzählen Sie mal von sich.

A: Zuerst einmal vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Frank Hausler, ich bin organischer Chemiker. In den letzten Jahren habe ich eine Reihe von Universitäten an verschiedenen Orten auf der Welt gesehen, wo ich entweder einen Abschluss machte oder ein externes Forschungsprojekt durchführte. Ich habe mit Leuten aus vielen verschiedenen Ländern zusammengearbeitet, mehrere Sprachen gelernt und viele Fähigkeiten aus dem Forschungsalltag erlernt. Zum Beispiel eine präzise Sprache zur Beschreibung komplexer Sachverhalte zu verwenden.

Momentan bin ich Postdoc an der Uni Göttingen. Und obwohl ich die akademische Forschung sehr genoss, habe ich jetzt das Gefühl, dass es an der Zeit ist, mich weiterzuentwickeln und etwas völlig Neues zu lernen. Da ich mir erstmal nicht sicher war, was dieses „Neue“ denn genau sein könnte, habe ich einige alte Kollegen kontaktiert, die die Uni verlassen hatten und einen Berufsweg außerhalb einschlugen. Ich fand es sehr spannend von einem Kommilitonen zu hören, der mir von seinen Erfahrungen in der Ausbildung zum Patentanwalt erzählte. Ein Beruf in dem ich meine sprachlichen Fähigkeiten mit dem Schutz von Erfindungen verbinden kann, scheint sehr attraktiv für mich zu sein. Außerdem denke ich, dass ich dabei meine interkulturellen Fähigkeiten gut einsetzen könnte. Deshalb habe ich mich hier beworben und ich bin gespannt darauf, mehr von Ihnen zu erfahren.

— Sehr gut —

 

Was war gut?

1) Es war ein echter sales pitch!

2) Er zeigt seine Fähigkeiten.

3) Er zeigt, dass er sich mit verschiedenen beruflichen Optionen auseinandergesetzt hat und dass seine Bewerbung nicht aus dem Nichts kommt.

4) Er erzählt nicht genau, was er studiert hat, da dies für die Position irrelevant wäre.

5) Angepasst auf die Position um die es geht.

6) Länge angemessen.

 

Was könnte noch besser gehen?

Er könnte noch erwähnen, dass er sich bewusst ist, wie intensiv die Ausbildung ist und dass er sich auf eine solche Herausforderung freut.

 

Wollen Sie ihren eigenen Pitch vorbereiten?

  • Üben Sie ihren Pitch einige Male und fragen Sie jemanden nach Feedback.
  • Organisationen sind einzigartig, uns das sollte Ihr Pitch auch sein. Sie müssen Ihren Pitch daher auf jedes Vorstellungsgespräch anpassen.
  • Langweilen Sie Ihre Zuhörer nicht mit Details aus Ihren Forschungsprojekten, außer Sie bewerben sich auf eine Position in der Forschung. Wenn es Ihre Zuhörer interessiert, werden sie schon danach fragen.
  • In den meisten Fällen wird auf die Frage „Erzählen Sie über sich selbst“ ein Pitch von Ihnen erwartet, Sie sprechen also. Allerdings sollten Sie Rückfragen der Gegenseite willkommen heißen.
  • Ihr Monolog sollte nicht länger als 90 Sekunden sein, bei Telefoninterviews noch etwas kürzer (30-60 Sekunden).

 

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