Susan Pinker: das Geschlechterparadox

Kann man ein Buch schreiben, das auf einem sehr festen Fundament aus soziologischen Daten steht aber dennoch eine fesselnde Lektüre darstellt? Susan Pinker schafft genau das.

Warum scheinen Frauen festzustecken, wenn es darum geht, die höchsten hierarchischen Ebenen zu erreichen wo sie doch die Männer an den Universitäten bereits ein- oder gar überholt haben? Die Autorin gräbt sich durch eine Reihe an geschlechterspezifischen Aspekten unserer Arbeitskultur und kommt zu einer Schlussfolgerung, die tief in den Frauen selbst sowie in unserer Arbeitswelt verwurzelt scheint: Während Männer glücklicher werden, wenn sie die berufliche Leiter erklimdas Geschlechterparadoxmen, trifft das auf Frauen nicht zu. Das kann im Grunde genommen zwei Gründe haben. Einerseits definieren Frauen die Ziele in ihrem Leben breiter als Männer und neigen deshalb weniger dazu, private Interessen und Verpflichtungen beiseite zu schieben um ganz nach oben zu gelangen. Andererseits saßen Frauen nicht mit am Tisch, als vor 200 Jahren die Grundregeln der modernen Arbeitswelten geschrieben wurden, wodurch Männer dort seitdem einen Heimvorteil genießen.

Susan Pinker schließt mit einem wichtigen Hinweis für die politischen Entscheidungsträger, der in der hitzig geführten Debatte um Geschlechter am Arbeitsmarkt oftmals vergessen wird. Chancengleichheit führt nicht zu Ergebnisgleichheit. Das Ziel kann und soll es nicht sein, eine 50/50 Geschlechterverteilung in allen Fächern von den Ingenieurinnen bis zum Pfleger zu erreichen. Solche Ungleichheiten können vielmehr Zeichen einer aufgeklärten Gesellschaft sein, in der Individuen ihre eigenen Entscheidungen treffen. Das Buch fesselt- und öffnet Augen!

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