Good read: The hard thing about hard things by Ben Horowitz

book_thehardthingsabouthardthings“If you have to eat shit, don´t nibble.” Ratschläge, wie man eine Firma leitet, wenn die Sonne nicht scheint, wenn es keine guten Lösungen gibt, wenn man sich zwischen katastrophal und hoffnungslos entscheiden muss.

Bücher für Führungskräfte werden in der Regel von MBA Absolventen geschrieben, die darin erfolgreiche Chefs portraitieren, denen der Erfolg zuzufliegen scheint. Ben Horowitz nennt das Peacetime Leaders, für den friedlichen Teil der Führungsaufgaben. Die Dinge laufen allerdings nicht immer rund und an dieser Stelle kommen die Wartime Leaders zum Zuge. Ben Horowitz war selbst Chef einer Technologiefirma während dem großen Dotcom Crash und musste zu dieser Zeit an die Börse gehen, um einen sicheren Bankrott abzuwenden- zu einer Zeit als „Tech Start-up“ an den Börsen ein Synonym für „Syphilis“ war. Mit anderen Worten weiss er wovon er spricht, wenn er von Wartime Leaders erzählt. Höflichkeit und positive Aktivierung der kreativen Mitarbeiter sind die Techniken eines Peacetime Leaders. In Kriegszeiten werden diese ersetzt durch absichtlich verwendete Kraftausdrücke und manchmal sogar Drohungen, Zielgespräche werden dadurch klar und knapp: „I don´t give a fuck how well trained you are. If you don´t bring me five hundred thousand dollars a quarter, I am putting a bullet in your head”- um es mit den Worten von Mark Cranney auszudrücken, seinem geliebten Wartime Verkaufsleiter.

Der Autor schafft dadurch auch im Buch selbst eine Klarheit, die man in konventionellen Lehrbüchern lange suchen muss. Negatives Feedback kann einerseits im klassischen Dreiklang positiv-negativ-positiv in abgemilderter Form überbracht werden, dem sogenannten shit sandwich. Oder vorzugsweise schnörkellos und direkt. Kaum eine Eselsbrücke könnte einfacher sein.

Ein aufschlussreiches und überaus lesbares Buch über das Führen in schwierigen Situationen.

Philipp Gramlich
No comments yet.

Schreibe einen Kommentar