Book review: “Promotion – Postdoc – Professur” (German)

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Viviane Callier beschreibt in einer naturejobs Kolumne über den amerikanischen Hochschularbeitsmarkt, wie der Mangel an verlässlicher Information sehr viele gescheiterte Existenzen hervorbringt. Es geht um fehlende Informationen über die Situation am Arbeitsmarkt, über die Anforderungen verschiedener Positionen sowie über alternative Karriereszenarien.

“Ultimately, the careers of hundreds of thousands of future PhD holders depend on access to career information that will help to better match supply with demand.”

Mirjam Müller hat es sich mit ihrem Buch „Promotion – Postdoc – Professur“ zur Aufgabe gemacht, die Informationslücke für den deutschen Hochschularbeitsmarkt zu schließen. So beschreibt sie die Ausgangslage in ihren einleitenden Worten:

 
„ProfessorInnen einer Disziplin sind sich- etwa in einer Berufungskommission- oft einig, was die Indikatoren für wissenschaftliche Qualität sind und wie diese nachgewiesen werden sollte. Offengelegt werden diese impliziten Spielregeln des Systems in der Regel nicht.“

Um die Offenlegung dieser Spielregeln geht es Frau Müller in ihrem Buch und wahrlich, sie hat in über einem Jahrzehnt als Referentin, Koordinatorin und Wissenschaftscoach an verschiedenen Universitäten mehr als nur einen Blick hinter die Kulissen werfen können. Sie hat in diesen Positionen mit allen Fachrichtungen gearbeitet, weshalb es ihr auch gelingt, das Buch fPromotion-Postdoc-Professurür alle Fachrichtungen gleichsam relevant zu gestalten.

Der Hauptteil des Buches strukturiert sich nach 13 verschiedenen Qualifikationen, die in einem Karriereportfolio nach Relevanz geordnet werden. Auf dem erfolgreichen Weg zu einer Professur gilt es, zumindest die wichtigeren dieser Punkte mit Leben füllen zu können. Es wird dabei eine Fülle an Information in nüchterner und klarer Sprache präsentiert, wie aus dem obigen Zitat bereits erahnt werden kann. Allerdings, und das macht das Buch ungemein wertvoll, schafft die Autorin den schwierigen Spagat, ihre eigenen Beobachtungen in diese Informationen einfließen zu lassen, ohne wertend zu wirken. So findet sich erwartungsgemäß die Forschung an Platz 1 ihres Portfolios, während die Lehre erst an Platz 9, die Personalführung gar erst an Platz 11 zu finden sind. Schon ohne jede Kommentierung ist diese einfache Reihung eine gut zu verwertende Information. Und noch ein Beispiel für eine klare Aussage ohne Wertung: In der Sektion über Alternativen wird ein gewichtiger aber oftmals übersehener Punkt über wissenschaftsunterstützende Stellen aufgegriffen:

„Diese Stellen bergen ein Frustrationspotential, weil sie nah am Forschungsgeschehen angesiedelt sind ohne die Möglichkeit aktiver Partizipation und fachlicher Anerkennung.“

Auf ihre prägnante und präzise Art und Weise schafft es die Autorin auf „nur“ 250 Seiten auch noch sämtliche Themen rund um die akademische Karriere selbst unterzubringen, also Vereinbarkeit, Umgang mit dem eigenen Sicherheitsbedürfnis sowie Finanzierungsarten, um nur einige zu nennen. Und das volle Gewicht ihrer Erfahrung merkt man den 70 Seiten Anhang an, auf denen sie kommentierte Quellen und Ressourcen zu einer beeindruckenden Breite an relevanten Themen liefert.

Für den deutschsprachigen Hochschularbeitsmarkt schafft es Frau Müller somit, die Forderung von Frau Callier nach umfassender Information über alle karriererelevanten Aspekte zu liefern. Und mehr noch, diese reinen Informationen werden mit lebensnahen Tipps zum Leben erweckt, einem Leben in sachlicher und klarer Sprache.

 

Philipp Gramlich

 

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